20 YEARS AFTER

Die "8b" von 1980 in der Südsteiermark (6./7.Mai 2000)

 

Strahlend blauer Himmel über Liefering! Das sorgt - neben der Wiedersehensfreude - natürlich für gute Laune unter den "Ehemaligen", die sich am Samstagvormittag vor dem Internat treffen, um ihr 20-jähriges Maturajubiläum zu feiern.

Ganz vollzählig ist die Runde hier allerdings noch nicht, einige werden erst in der Steiermark zu uns stoßen.

Franz Strasser, unser Klassenvorstand, kann aber immerhin 10 Ex-Schüler begrüssen: Helmut Marko, Haymo Modelhart, Peter Mottl, Wolfgang Papst, Norbert Pollak, Bernhard Röck, Wolfgang Schiller, Peter Seitz, Siegfried Vorderegger und Andreas Wolfsgruber.

Pater Hermann Sporrer führt uns anschließend durch jene Gemäuer, in denen wir einst unser Unwesen getrieben haben, sprich Schule und Internat.

Im Speisesaal, den wir auch heute noch mit einem flauen Gefühl im Magen betreten, stoßen wir zusammen mit unseren damaligen "Vorgesetzten" Elisabeth Vogeltanz, Ermelinde Hladky, Pater Gustav Clemen und Hermann Göschl auf alte Zeiten an und erinnern uns höflicherweise gegenseitig nur an die guten Eigenschaften von Lehrern und Schülern.

Nun wird es aber wirklich Zeit: für die Professoren, ins wohlverdiente Wochenende zu gehen, für uns, um in Richtung Steiermark aufzubrechen. Nur Peter Seitz macht die Reise (krankheitsbedingt) nicht mit, gibt uns jedoch eine wertvolle Fracht (Dias) mit auf den Weg.

Einige fahren mit dem eigenen Pkw, für den Rest der Truppe hat Siegi Vorderegger einen äußerst komfortablen Kleinbus organisiert und übernimmt dazu auch die Rolle des Chauffeurs.

  Nach gemütlicher Fahrt treffen wir am späten Nachmittag in Gamlitz beim Gasthaus Ferlinz, unserem Quartier, ein.

Dort warten schon der für den Steiermark-Aufenthalt zuständige Organisator, Franz Reiter, sowie die weiteren Klassenkameraden Karl Lichtenegger, Heinrich Meran, Florian Piech und Gregor Trummer auf uns.

 

Das bedeutet, dass von den 22 Schülern der 8b immerhin 16 einander wiedersehen wollten; ein Beweis dafür, dass wir uns in unserer Schülerzeit doch nicht nur verhaut und die Mädchen ausgespannt haben können - auch wenn einige das Gegenteil behaupten.

Der erste Fitnesstest besteht dann in einem ausgedehnten Marsch über sämtliche Weinberge der südsteirischen Weinstrasse, bis wir - schon sehr durstig - beim Weingut "Dreisiebner Stammhaus" in Sulztal ankommen.

Dort klärt uns der Juniorchef des Hauses in sehr fachkundiger Art über den Weinbau in dieser Gegend auf.

Lediglich mit der Frage, ob die steirischen Weinbauern "mit Vögeln" Probleme haben, können wir ihn in Verlegenheit bringen.

 

 

Wir setzen das erworbene Wissen anschließend bei der Weinverkostung in die Praxis um und testen sehr ausgiebig.

  Da auch die steirische Brettljause in Qualität und Quantität sich nicht hinter dem Weinangebot zu verstecken braucht, kann man von einem rundum gelungenen Abend sprechen. Außerdem müssen (können?) wir nicht mehr zu Fuß den Buschenschank verlassen, wir nehmen die Dienste eines Weintaxis in Anspruch.

In Erinnerung an unsere Schülerzeit gehen wir natürlich dann noch nicht ins Bett, sondern stürzen uns - mit unterschiedlicher Intensität und Ausdauer - ins Nachtleben von Gamlitz.

 

Nur knapp treffen daher am Morgen darauf die Letzten, die von dieser nächtlichen Expedition wieder ins Quartier zurückkehren, nicht mit denen zusammen, die sich als Erste zum Frühstücksbuffet begeben.

Nach einem ausgiebigen Frühstück kehren wir (nach den Erfahrungen vom Vortag allerdings nicht mehr zu Fuß, sondern mit unseren Fahrzeugen) nochmals zum Weingut Dreisiebner zurück.

Dort frischen wir nicht nur unsere Weinvorräte für zuhause auf, sondern funktionieren kurzerhand den Weinkeller in einen Vorführraum um. Schließlich wollen wir uns ja noch unsere Schandtaten von früher, sprich die Dias von Peter Seitz, anschauen. Wir können nur hoffen, dass der dort gelagerte Wein durch unser zwerchfellerschütterndes Gelächter keinen allzu großen Schaden nimmt.

  Damit neigt sich das Treffen auch schon dem Ende zu. Nach einem gemütlichen letzten Plausch im Garten des Buschenschanks heisst es nicht nur, Frankie Reiter für die hervorragende Organisation zu danken, sondern letztlich auch Abschied von der Südsteiermark und den alten Kameraden zu nehmen.  

 

Auch wenn die zwei Tage viel zu schnell vergangen sind - in spätestens fünf Jahren beim nächsten Maturatreffen sehen wir uns auf jeden Fall wieder!

 

Fotos: Andreas Wolfsgruber
Text: Peter Mottl